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La Compositrice – Komponistinnen der frühen Neuzeit und Gegenwart

„La Compositrice“ schlägt eine Brücke von der Vergangenheit in die Gegenwart. Es entsteht ein filmisches Konzert, das Kompositionen weiblicher Musikschaffender der Renaissance, drei Auftragskompositionen gegenwärtiger Komponistinnen sowie drei Filme, die während des Konzerts projiziert werden, umfasst. In drei Kapiteln verhandelt das Projekt dabei die Sichtbarkeit von Frauen in der Musik.

Die historischen Werke entstammen der Tradition der Concerti delle donne, in denen sich Musikerinnen in „geschützten“ und damit – kritisch betrachtet – durchaus problematischen Räumen (vgl. musica secreta/reservata) präsentierten. In seiner transdisziplinären Ausrichtung, der Verschränkung von Musik mit Film, thematisiert das Projekt die Sichtbarkeit des Weiblichen auch in ihrer Ambivalenz - zwischen Ikonisierung und Verklärung einerseits und als Möglichkeit der Äußerung andererseits.

Inspiration für diese Programmidee „La Compositrice“ war der Fund eines Tabulaturbuchs für Gitarre in der Bayerischen Staatsbibliothek aus dem Besitz der Kurfürstin Henriette Adelaide von Bayern (1636-1676). Diese kunstliebende Turiner Prinzessin präsentierte sich selbst in Ballettproduktionen vor der Münchner Hofgesellschaft – ein Novum, womit sie ebenso wie Komponistinnen und Instrumentalistinnen an italienischen Höfen das Kulturangebot auf eine bis dahin nie dagewesene Weise bereicherte.  

Ausgangspunkt war eine neue Bildungsbewegungen in der Renaissance, die Frauen in größerer Zahl erlaubte, sich in „geschützten Räumen“ in Residenzen oder Klöstern künstlerisch zu betätigen. Die ersten Drucke weiblicher Komponisten kamen auf den Markt. Federführend für diese Entwicklung waren die norditalienischen Städte Mantua, Mailand, Ferrara, Siena oder Florenz, wo gut ausgebildete Sängerinnen und Instrumentalistinnen in den sogenannten „Concerti delle Dame“ mit weiblicher Kunst eine erlesene Zuhörerschaft faszinierten.

 

Kompositionsaufträge erhielten  Dorothea Hofmann, Helga Pogatschar und Catalina Rueda.

Interpret*Innen: Alena Hellerová  – Sopran | Kamila Mazalová – Mezzo | Colin Balzer  – Tenor | Jan Čižmář – Theorbe, Gitarre, Laute | Ryosuke Sakamoto – Laute, Gitarre, Gambe | Joel Frederiksen  – Bass, Laute, Erzlaute, Leitung

Ort:   Allerheiligen-Hofkirche der Residenz München Residenzstraße München
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