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Cancionero de la Sablonara - Ensemble Phoenix Munich

Cancionero de la Sablonara
Spanische Musik am Hof von Philipp IV. (1605 – 1665)
Ein verschollen geglaubtes Manuskript als Unikat im Besitz der Bayerischen Staatsbibliothek

Sonntag, 15. März 2020, 15 Uhr, Bayerisches Nationalmuseum, Mars-Venus-Saal
14 Uhr Konzerteinführung

Ensemble Phoenix Munich
Maria Andrea Parias – Sopran | Tanja Vogrin – Sopran, Harfe | Andres Silva – Tenor | Christoph Eglhuber – Barock Gitarre, Theorbe | Ryosuke Sakamoto – Viola da Gamba, Laute | Joel Frederiksen – Bass, Vihuela, Laute & Leitung


Einer Spanienreise Wolfgang Wilhelms, Pfalzgraf und Herzog von Neuburg und Jülich-Berg 1624 ist es zu verdanken, dass eine der wichtigsten Sammlungen spanischer Hofmusik des frühen 17. Jahrhunderts als Unikat erhalten und heute in der Bayerischen Staatsbibliothek München überliefert ist. Der kunstsinnige, selbst musizierende Fürst erhielt die „Cancionero“ als Gastgeschenk von Philipp IV. von Madrid.
Ihrem Hauptschreiber Claudio de la Sablonara verdankt die Sammlung ihren Namen. Nachdem ein Brand im Königlichen Alcázar 1734 auch wesentliche Teile der Bibliothek zerstörte, zählt dieses heute in München aufbewahrte Manuskript zu den wenigen erhaltenen Überlieferungen spanischer Hofmusik des Frühbarock.

Der Codex (Mus.Ms. E.200) enthält 75 polyphone Lieder für zwei bis vier Stimmen. Die Stücke entstanden für die Königliche Kapelle von Madrid, aus der Feder ihrer namhaftesten Musiker. Mateo Romero (genannt „Capitán“; d. 1647) war von 1598 bis 1634 Kapellmeister und seine Kompositionen dominieren mit 22 Toni das Manuskript. Geboren in Liège, war er der letzte Musiker flämischer Abstammung am spanischen Hof. Die anderen Lieder sind von den berühmtesten Musikern des spanischen Hofes, darunter Juan Blas de Castro, Joan Pau Pujol, Álvaro de los Ríos, Gabriel Díaz, Miguel de Arizo u.a. Die Liedtexte stammen von den großen Schriftstellern aus dem sogenannten Goldenen Zeitalter Spaniens, darunter Lope de
Vega.
Gattungsbezeichnungen wie „Romance“, „Canción“ oder „Sonetas“ wurden bereits im 16. Jahrhundert verwendet, „Novenas“, „Folía“, „Sequidillas“ oder „Endechas“ tauchen aber erstmals in den Sammlungen des 17. Jahrhunderts auf. Die Namen deuten darauf hin, dass sich die spanische Hofmusik, ähnlich wie die Literatur dieser Zeit, von fremden Einflüssen verschlossen, aus eigenen Wurzeln sowie auf bodenständige Musiktraditionen speiste.

Es ist eine Sammlung von reifen spanischen Kunstliedern, raffiniert und kristallisiert.“

Ort:  Bayerisches Nationalmuseum, Mars-Venus-Saal
Tickets direkt beim Ensemble zu 29 € (inkl. Museumsbesuch):
Tel. +49 89 8575604
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